LARA

Kino
Datum: Sa, 28. Dez 2019 20:30

 

Alle Termine:


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  • Mo, 30. Dez 2019 18:00

Vorankündigung

Lara Jenkins (Corinna Harfouch) feiert ihren 60. Geburtstag, doch viel Grund zur Freude gibt es eigentlich nicht: Nicht nur beginnt sie den Tag wie jeden anderen Tag auch mit einem Tee und einer Zigarette, noch dazu hat ihr Sohn Viktor (Tom Schilling) genau heute ein großes Solo-Klavierkonzert, bei dem er eine eigene Komposition spielen wird. Doch seine Mutter hat Viktor nicht eingeladen, dafür aber seinen Vater Paul (Rainer Bock) und dessen neue Lebensgefährtin. So leicht lässt sich Lara jedoch nicht entmutigen: Sie hat sich die letzten verfügbaren Konzertkarten gesichert und verteilt diese nach Gutdünken, um sich damit selbst ein Geburtstagsgeschenk zu machen. Doch dann kommt alles anders als geplant und der Tag nimmt eine unerwartete Wendung…

Man könnte Corinna Harfouch wohl noch stundenlang dabei zusehen, wie sie an sich selbst (ver-)zweifelt, im selben Moment aber auch jederzeit andere Personen mit einem einzelnen Satz, einer vermeintlich beiläufigen Bemerkung vollständig zu zerlegen versteht. Das erinnert ein wenig an Jack Nicholsons oscarprämierte Rolle als Melvin Udall in „Besser geht’s nicht“, nur das Harfouch längst nicht so dick auftragen muss, um denselben (selbst-)zerstörerischen Effekt zu erzielen. Das ist mitunter ganz schön fies, aber zugleich eben auch unheimlich vergnüglich, gerade weil es auf eine so gnadenlos-subtile Art geschieht. Wobei Lara auch anders kann, wenn sie etwa in einem unbeobachteten Moment den Geigenstab der ihr gerade noch unbekannten Freundin ihres Sohnes (Mala Emde) zerbricht – wobei der Humor auch in solchen Momenten stets wunderbar trocken serviert wird.

Eislaufmutter am Piano

Natürlich enthüllen diese Attacken auf andere vor allem immer auch etwas über Lara selbst. So setzt sich aus den Treffen mit alten Arbeitskollegen, einem früheren Klavierprofessor (Volkmar Kleinert) und der eigenen Mutter (Gudrun Ritter) nach und nach das Puzzle eines gelebten (beziehungsweise vergeudeten) Lebens zusammen. Dieses steuert allerdings lange Zeit auf ein arges Stereotyp zu – nämlich das von der (über-)ambitionierten Mutter, die ihre enttäuschten Lebensträume nun stellvertretend durch den Erfolg des eigenen Kindes zu verwirklichen versucht (quasi eine Eislaufmutter also). Aber obwohl Gerster und sein Autor Blaz Kutin nie ganz von diesem Klischeebild loskommen, bleibt „Lara“ doch bis zum Schluss immer überraschend.

Vor allem nach dem Konzert, das bei einem dramaturgisch weniger ausgefeilten Film sicherlich den krönenden Abschluss gebildet hätte, aber hier direkt mit blinkender Disco-Mucke in einem typischen Berliner Spätkauf konterkariert wird, begeistert „Lara“ noch mal mit einem überraschenden Tempowechsel. Statt einem großen Finale gibt es ein berührend-intimes Ende, das derart ambivalent ist, dass wir sogar darauf wetten würden, dass etwa die Hälfte des Publikums es als klassisches Happy End und die andere als zutiefst tragisches, fast schon verstörendes Schlussbild auffassen wird. So erreicht die Titelfigur in den letzten Minuten doch noch eine Komplexität, die man ihr zwischendurch eher nicht mehr zugetraut hätte.

Fazit: „Oh Boy“-Mastermind Jan Ole Gerster ist definitiv kein One-Hit-Wonder – auch seine zweite Regiearbeit erweist sich erneut als herausragendes Schauspielerkino mit jeder Menge wunderbar trockenem Humor.

 

Genre:
Drama
Regie:
Jan-Ole Gerster
Darsteller:
Corinna Harfouch, Tom Schilling, André Jung
Filmlänge (min):
98
Produktionsland:
Deutschland
Erscheinungsjahr:
2019
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