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Leid und Herrlichkeit

Almódovar-Dreiklang Mütter, Katholiken, Sex

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Sonntag, 01.09.2019
20:30 Uhr

Wenn man als einer der berühmtesten Autorenfilmer Europas keine Autobiografie schreiben will, ist es dennoch legitim, mit Ende 60 auf das eigene Leben und Schaffen zurückzublicken. Der spanische Oscarpreisträger Pedro Almódovar (ausgezeichnet für das Drehbuch zu „Sprich mit ihr“) macht dies nun in Form eines autobiografisch geprägten Films – das erscheint sowieso als die logischste Methode für einen Filmverrückten, der unter chronischen Kopfschmerzen leidet und diese nach eigener Aussage am besten unterdrückt, indem er Filme dreht. In seinem melancholischen Drama „Leid und Herrlichkeit“ gibt Almódovar nicht nur viel von sich Preis, sondern beackert auch unermüdlich seine Kernthemen wie das (homo)sexuelle Erwachen, den strengen Katholizismus seiner Kindheit, die ikonische Mutterfigur und das Leben im Kosmos Madrid. „Leid und Herrlichkeit“ ist eine kluge Selbstreflexion, die sich zu Anfang distanziert anfühlt, aber mit jeder Leinwandminute intimer und intensiver wird, bis sich zum Schluss ein klares Bild dieses alternden Filmregisseurs Salvador Mallo herauskristallisiert, das dann trotz des kühlen Auftakts irgendwann doch sehr zu Herzen geht.

Madrid: Salvador Mallo (Antonio Banderas) ist der berühmteste Auteur Spaniens und doch kann der begnadete Regisseur und Autor derzeit ans Arbeiten nicht einmal denken. Eine tiefe Depression hemmt ihn. Erst eine Wiederaufführung seines frisch restaurierten 32 Jahre alten Klassikers „Sabor“ sorgt bei Salvador zumindest für etwas Schwung. Er will sich wieder in die Öffentlichkeit wagen und den Film im Rahmen einer Retrospektive selbst präsentieren – zusammen mit seinem Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia). Die beiden haben sich damals beim Dreh heillos verkracht und seit Jahren nicht mehr miteinander geredet. Auch Alberto ist aus dem Geschäft, brennt aber darauf, wieder einzusteigen. Seine Heroinsucht, die einst zum Streit führte, hat er so weit unter Kontrolle, dass er arbeiten könnte. Als er seinem Gast Salvador bei dessen Besuch die harte Droge anbietet, nimmt der zunächst aus Neugierde an – und hört so schnell nicht wieder damit auf. Erst eine Begegnung mit seinem ehemaligen Geliebten Federico (Leonardo Sbaraglia), den er nach langer Zeit zum ersten Mal wiedersieht, verändert noch einmal alles…

Regie:  Pedro Almodóvar

Darsteller:  José Acosta, Carmiña Martínez, Jhon Narváez

Genre: Drama

Filmlänge: 114 min

FSK: ab 12 Jahren

Spanien 2019

Öffnungszeiten

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