West Side Story

Kino
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Datum: Mi, 12. Jan 2022 18:00

 

Alle Termine:


  • Do, 30. Dez 2021 20:40
  • Fr, 31. Dez 2021 20:40
  • So, 2. Jan 2022 18:00
  • Mo, 3. Jan 2022 18:00
  • Di, 4. Jan 2022 18:00
  • Mi, 5. Jan 2022 18:00
  • Do, 6. Jan 2022 20:30
  • Fr, 7. Jan 2022 20:30
  • Sa, 8. Jan 2022 20:30
  • So, 9. Jan 2022 20:30
  • Mo, 10. Jan 2022 20:30
  • Di, 11. Jan 2022 18:00
  • Mi, 12. Jan 2022 18:00

Bricht man die Story von „West Side Story“ auf ihren Kern herunter, ist es eine in die Upper West Side von New York verlagerte Abwandlung des Shakespeare-Stückes „Romeo & Julia“. Trotzdem hat sich die in den 1950er-Jahren angesiedelte Musical-Adaption nicht zuletzt dank der einprägsamen Musik von Leonard Bernstein und der smarten Texte des erst kürzlich verstorbenen Stephen Sondheim als zeitlos populär erwiesen: 1957 uraufgeführt, entwickelte sich das Musical auf Anhieb zu einem Publikumsrenner und Kritikerfavoriten. Nur vier Jahre später folgte die Verfilmung von Jerome Robbins und Robert Wise, die nicht nur zum gewaltigen Kassenschlager geriet, sondern darüber hinaus auch noch sensationelle zehn Oscars (darunter auch den für den Besten Film) abräumen konnte.

Um sich trotz derart vieler Lorbeeren für das Original an eine Neuauflage zu machen, braucht schon einiges an Mumm – und im besten Fall auch eine eigene Vision. Und tatsächlich ist es nun 60 Jahre später endlich soweit: Drehbuchautor Tony Kushner und Regielegende Steven Spielberg wagen den Vergleich. Ihre „West Side Story“ strotzt dabei vor technischer Brillanz, handwerklichem Können sowie der Liebe für die Kunstform Musical – und vor allem findet sie bei aller Hochachtung vor der Vorlage dennoch ihre ganz eigene (wenn auch nicht ganz runde) Identität.

Die Musical-Szenen sind ein einziges Fest für die Sinne.



In den 1950ern wird der Alltag auf den Straßen von New York City von Gangrivalitäten bestimmt. Besonders zwischen den „einheimischen“ Jets sowie den puerto-ricanischen Sharks mit ihrem Anführer Bernardo (David Alvarez) herrschen starke Spannungen. Als sich Jets-Gründer Tony (Ansel Elgort) jedoch in Bernardos Schwester Maria (Rachel Zegler) verliebt, nähert sich der von jugendlichem Revierdenken angetriebene Konflikt seinem entscheidenden Wendepunkt: Wird die heimliche Liaison Brücken bilden – oder wird der Hass zwischen den Banden so weit eskalieren, dass er am Ende gar Menschenleben kostet?

 

Die Musical-Nummern reißen mit


Dabei bringt Marias Zwickmühle zwischen naiver Liebe, familiärer Bande und gesellschaftlichen Pflichten im Schlussdrittel deutlich mehr dramatisches Potential mit – da hätte man fast den radikalen Entschluss fassen können, statt den Jets diesmal allgemein die Sharks stärker in den Fokus zu stellen. Zudem stellt man sich über weite Strecken die Frage, was Maria überhaupt an Tony findet – während das im Original sofort zu spüren war. Trotzdem fegen die Gesangs- und Tanzszenen ohne nennenswertes Gerumpel über diese erzählerischen Unebenheiten hinweg – schließlich inszeniert Spielberg die Musical-Passagen mit einem fast schon unverschämten Selbstbewusstsein sowie einer verschmitzten Leichtigkeit, als hätte er in seiner inzwischen mehr als 50-jährigen Regiekarriere nie etwas anderes getan.

Ganz egal ob große Ensemblenummern oder intime Gesangsduette – die dreifach oscargekrönte Regielegende verleiht ihnen gleichermaßen mitreißende Vitalität und dramatische Schwere. Dabei verneigt er sich zwar spürbar vor dem Goldenen Zeitalter des Kinomusicals – hat aber zugleich auch ein untrügliches Verständnis dafür, mit welchen heutigen Mitteln sich die klassischen Techniken noch erweitern lassen. Das bedeutet etwa, dass Spielberg die Tänze zwar wiederholt für lange Strecken in Totalen und Halbtotalen zeigt, um – ganz klassisch – die gesamte Körperarbeit der Tanzenden einzufangen und die Choreografie in ihrer Gesamtheit zu vermitteln. Zugleich sorgt eine deutlich dynamischer geführte Kamera für eine Abgrenzung vom Musicalerbe – während die 1961er Version wie ein „theatraler Traum“ anmutet, wirkt Spielbergs Inszenierung trotz Gesang und Tanz viel realitätsnäher. Die überdetailliert rekonstruierten historischen Kulissen und Kostüme passen perfekt in diesen Balanceakt.

Rachel Zegler als Maria ist DIE Entdeckung des Films!



Spielbergs zweifach oscarprämierter Stamm-Kameramann Janusz Kamiński („Schindlers Liste“) verleiht dem Geschehen eine betörende Eleganz – sowie eine ästhetische Kohärenz, auf die das Original noch bewusst gepfiffen hat. Während damals noch urbane Straßen-Sequenzen mit bühnenhaft-stilisierten Schauplätzen kollidierten, gelingt Kamiński ein echtes Kunststück: Die betongrauen, sandig-staubigen Schutthalden, Baustellen und zugepflasterten Parks, durch die wir im soghaft-schwindelerregenden Intro schweben, wirken tatsächlich wie aus derselben Welt wie die sonnendurchfluteten, kontrastreicheren Indoor-Szenen. Das macht das Hinabtauchen in die Geschichte deutlich leichter.

Musikalisch geht Spielberg derweil keine Experimente ein: Zwar wird die Reihenfolge einiger Songs verändert, an ihrem Klang wird allerdings nur minimal gefeilt. Ob Komponist David Newman und Dirigent Gustavo Dudamel bei ihrer Adaption der Musikstücke zu nah an den Arrangements des Originals geblieben sind oder ob dieser „Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren“-Ansatz genau richtig war, bleibt am Ende reine Geschmackssache. So oder so wird es wohl nur wenige Musicalfans geben, die den einen „West Side Story“-Soundtrack lieben, den anderen aber ablehnen – dafür sind sie sich am Ende doch zu ähnlich. Bernstein wäre womöglich wieder enttäuscht, Fans des ersten Films werden sich dagegen über den Wiedererkennungswert freuen…

 

Genre:
Romanze, Musik, Drama
Regie:
Steven Spielberg
Darsteller:
Ansel Elgort, Rachel Zegler, Ariana DeBose
Filmlänge (min):
152
Altersfreigabe:
FSK ab 12 freigegeben
Produktionsland:
USA
Erscheinungsjahr:
2021
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