Berlin Alexanderplatz

Kino
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Datum: Mi, 5. Aug 2020 20:00

 

Alle Termine:


  • Do, 23. Jul 2020 20:00
  • Fr, 24. Jul 2020 20:00
  • Sa, 25. Jul 2020 20:00
  • So, 26. Jul 2020 20:00
  • Mo, 27. Jul 2020 20:00
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  • Do, 30. Jul 2020 20:00
  • Fr, 31. Jul 2020 00:00
  • Sa, 1. Aug 2020 20:00
  • So, 2. Aug 2020 20:00
  • Mo, 3. Aug 2020 20:00
  • Di, 4. Aug 2020 20:00
  • Mi, 5. Aug 2020 20:00
  • Do, 6. Aug 2020 20:00

Francis (Welket Bungué) befindet sich auf der illegalen Überfahrt von Afrika nach Europa, als sein Schiff in einen Sturm gerät. Der verzweifelte Francis betet um Rettung und schwört, dass er fortan gut und anständig sein will, wenn er es nur sicher an die Küste schafft. Sein Wunsch wird ihm anscheinend gewährt und er schafft es tatsächlich an Land, wo es ihn schlussendlich nach Deutschland verschlägt. Francis ist bemüht, seinen Schwur einzuhalten, doch das Leben als Flüchtling macht ihm das nicht gerade einfach: Schließlich lässt sich Francis mit dem deutschen Drogendealer Reinhold (Albrecht Schuch) ein, der ihn für seine Geschäfte einspannen will. Francis widersteht der Versuchung lange, doch gibt schlussendlich nach. Als er eines Tages auf Mieze (Jella Haase) trifft und sich in sie verliebt, scheint sich sein Leben zum Besseren zu wandeln. Doch Reinhold lässt ihn nicht in Ruhe…


1929 veröffentlichte Alfred Döblin seinen Roman „Berlin Alexanderplatz“, der wegen seiner expressiven Sprache, seiner Montagetechnik und nicht zuletzt auch seiner Hauptfigur zu den bedeutendsten deutschsprachigen Romanen überhaupt zählt. Anhand von Franz Biberkopf, der zu Beginn der Geschichte aus dem Gefängnis entlassen wird und fortan ein rechtschaffenes Leben führen will, erzählte Döblin vom einfachen Mann, der an den Umständen der Zeit zerbricht. Schon 1932 verfilmte Phil Jutzi das Werk und ließ Heinrich George als Franz durch das Berlin der späten Weimarer Republik taumeln und am Kapitalismus scheitern.

Auch für einen der bedeutendsten deutschen Regisseure aller Zeiten ist „Berlin Alexanderplatz“ ein Schlüsselwerk: Rainer Werner Fassbinder nannte nicht nur immer wieder seine Figuren Franz, sondern verwendete als Pseudonym auch noch den Namen Franz Walsch. 1980, kurz vor seinem Tod, gelang es Fassbinder dann schließlich, seinen großen Lebenstraum zu verwirklichen und Döblins Roman zu verfilmen, als vierzehnteilige, fünfzehneinhalb Stunden lange Fernsehserie, die noch mal ein absoluter Höhepunkt eines an Meisterwerken gewiss nicht armen Schaffens war.

Reinhold mit Francis: ein gefährlicher Verführer.



Die Messlatte liegt also hoch, wenn sich Burhan Qurbani mit seinem dritten Spielfilm nun an dieses ganz große und vor allem auch schon zuvor ganz großartig verfilmte Werk heranwagt. Vor zehn Jahren hatte sich Qurbani mit seinem Debüt „Shahada“ schließlich inhaltlich noch übernommen und zu viele Themen in einen zu kurzen Film gepackt. Vier Jahre später zeigte der vor allem visuell beeindruckende Nachfolger „Wir sind jung. Wir sind stark.“ über die Ereignisse rund um den ausländerfeindlichen Asylantenheim-Anschlag in Rostock-Lichtenhagen 1992, aber bereits eine bemerkenswerte Entwicklung. Trotzdem ließ sich da noch nicht absehen, was für ein Pfund er nun mit „Berlin Alexanderplatz“ nachlegen würde: In satten drei Stunden zeichnet er in mitreißend-expressiven Bildern den Leidensweg eines Mannes, der zum Guten strebt und an der Gesellschaft scheitert.

Dass der Scheiternde dieses Mal schwarz ist, dass seine Erfahrung in einem heruntergekommenen Asylantenheim beginnt und bei den Drogendealern in der Hasenheide seine Fortsetzung findet, macht diese Geschichte auch zu einem Film über das moderne Deutschland. Allerdings einer Seite, die vom Gros der Bevölkerung gerne verdrängt wird, gerade auch von den feiersüchtigen Berlinern, die nur beim Drogenkauf („Hipster zahlen doppelt“) mit diesem Aspekt der Gesellschaft zu tun haben. Burhan Qurbani, selbst Sohn afghanischer Flüchtlinge, gibt diesen Menschen nun ein Gesicht. Stolz und schön ist sein Hauptdarsteller Welket Bungué, der selbst aus Guinea-Bissau stammt und seinen Francis bzw. seinen „Franz“ als tragische Figur anlegt, als Getriebenen, als Suchenden.

Fazit: Mit seiner modernen Adaption von „Berlin Alexanderplatz“ gelingt Burhan Qurbani ein ganz großer Wurf – ein wuchtiger, greller, groß gedachter und groß bebilderter Berlin-Film, der der den Finger am Puls der Zeit hat und von der ersten, noch auf dem Kopf stehenden Einstellung an drei Stunden lang einfach nur mitreißt.

 

Genre:
Drama, Historie
Regie:
Burhan Qurbani
Darsteller:
Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch
Filmlänge (min):
183
Produktionsland:
Deutschland, Niederlande
Erscheinungsjahr:
2020
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